BISS Basic am Sonntag


Und hier noch ein kleiner Nachtrag zum Basic am Sonntagmorgen…

Und schon brach der letzte Tag des BISS an. Wie schnell dann doch immer die gemeinsame Zeit vergeht. Doch bevor jeder seinen Koffer in die Hand nimmt und den Schlosshof verlässt, stand noch das letzte Basic am Sonntagmorgen auf dem Programm.

   

 

„Today is the day, that the Lord has made“.  Nachdem die letzten Nächte doch etwas kürzer waren, war dieser Motivationsspruch von Anki, die das Basic moderierte, echt passend. „Es ist zwar der letzte Tag auf dem BISS, aber trotzdem ein wunderschöner Tag, an dem Gott dir begegnen will“.

Die Predigerin an diesem Morgen war Damaris, die neue CVJM-Sekretärin für die Arbeit mit Flüchtlingen. Sie unterstützt und koordiniert die bestehende und entstehende Arbeit mit Geflüchteten, will Menschen begegnen und sich begegnen lassen. Und vielleicht auch inspirieren lassen?

 

     

  

Das Thema am heutigen Morgen lautete „Prophetie“ und Damaris stieg mit zwei Einstiegsfragen ein: „Wer von euch würde sagen, er sei ein Prophet? Was verstehst du unter Prophetie?“ Sicherlich zwei ganz spannende Fragen, um sich darüber einmal Gedanken zu machen.

Wir stiegen zunächst mit einem Blick in das alte und neue Testament ein. Was versteht man dort unter Prophetie? Im alten Testament verstand man unter Prophetie eine spezielle Beauftragung bzw. Berufung Gottes, um die Botschaft Gottes dem erwählten Volk zu überbringen. Diese Botschaft konnten entweder Gerichts- oder Gnadenworte sein, Gesellschafts- oder Kulturkritik. Der Prophet stand dem Volk oft einsam gegenüber und sein Ziel war es, das Volk zur Umkehr zu bringen, sodass sie Gottes Auftrag erfüllen. Dem gegenüber steht die Bedeutung, die das Wort Prophetie im neuen Testament erhält. Hier wird nun nicht mehr von Propheten gesprochen, sondern viel mehr von der Gabe der Prophetie, die man von Gott erhält und die in das Gesamtgeschehen der Gemeinde eingebettet ist und ihren Platz dort hat, wie alle anderen Gaben auch. Wer prophetische Weisungen gibt, dient der ganzen Gemeinde.

 

Doch was meint Prophetie jetzt eigentlich ganz genau?

… Es geht darum, situationsbedingt die Worte Gottes in die Gemeinschaft hinein zu bringen. Prophetie spricht in eine bestimmte, gegenwärtige Situation hinein und stimmt mit Gottes Wort bzw. seinem Wesen überein. Prophetie ist aber auch immer nur ein sogenanntes Stückwerk, man sieht nie das Ganze und hat nie die volle Erkenntnis über Etwas. Es ist eine Gabe, die du von Gott geschenkt bekommst.

Und wozu soll die Gabe der Prophetie denn überhaupt dienen?

… Sie dient, wie andere Gaben auch, zur Erbauung der Gemeinschaft bzw. der Gemeinde. Prophetie kann tröstend, ermutigend, ermahnend aber auch zukunftsweisend sein. Sie ist vielfältig einsetzbar und nie auf sich selbst bezogen, sondern immer auf die Gemeinschaft ausgerichtet.

Wie „bekommt“ man Prophetie?

… Auf jeden Fall eine sehr spannende Frage. Es ist ein Geschenk Gottes, über das man nicht selbst verfügen kann und welches man auch nicht selbst produzieren kann. Man muss im Gespräch mit Gott genau hinhören, auf vielleicht ungewöhnliche oder unscheinbare Gedanken achten, Gott nach deren Bedeutung fragen. Es überkommt dich nicht einfach so, dein Verstand wird nicht ausgeschaltet.

Und wie kann ich Prophetie einsetzen?

…Wichtig ist, dass du es nicht manipulativ oder absolut einsetzt („Gott hat mir gesagt…“), sondern vielmehr „Ich habe den Eindruck oder musste an dich denken…“. Man muss trotz allem dem Gegenüber bzw. der Gemeinschaft es selbst überlassen, was sie mit den Worten und Gedanken machen. Sie dürfen das selbst prüfen und das Gute daraus für sich behalten. Bevor du etwas weitergibt, prüfe du deine Gedanken und frage Gott: Ist es ermutigend für mein Gegenüber? Dient es der Erbauung der Gemeinschaft? Weist es auf Gott hin? Stimmt es mit Gottes Wort und seinem Wesen überein? Gehe verantwortungsvoll mit dieser Gabe um und denke immer daran, was für eine Macht Worte haben können. Mach dir selbst keinen Druck, sei im Gespräch mit Gott, sei sensibel für dein Gegenüber und mutig. Probiere es aus; wenn es nicht von Gott kommt, wird nichts passieren und wenn es von Gott war, dann ermutigt es und das ist ein großer Gewinn für die Gemeinschaft.

 

 

Und jetzt bist du dran. Mach dir doch mal ein wenig Gedanken über dieses spannende Thema.

                Willst du dich darauf einlassen?

                Hast du schon (positive und negative) Erfahrungen mit Prophetie gemacht?

                An welcher Stelle hast du Probleme bei dem Thema „Prophetie“? Wo hast du Fragen?

                Was nimmst du dir von diesem Thema mit? Besprich es doch einfach mit Gott.